Das etwas andere Rezept

gedeckter Teetisch mit Keksen

(c) Elfie Siegel

Viele Rezepte habe ich in meinem Leben ausprobiert und es gibt auch eine Fülle von Lieblingsrezepten. So ist es kein Problem, eines davon preiszugeben. Warum nun mache ich es nicht einfach?Ich bin in diesen Tagen sehr sehr nachdenklich und hinterfrage viel. Fülle durfte nach Aufbau und Fleiß sein und ist auch noch. Wonach wird gehungert? Es wird, da bin ich mir sicher. Dieser Hunger ist auch nicht mal eben zu stillen. Ein gut umgesetztes Rezept, das Ergebnis fein auf den Tisch gebracht, hilft natürlich für den Augenblick, sättigt auch selbstverständlich.

Aber eben nur die Leiblichkeit. Geht man auseinander, stellt sich bald dieser besondere Hunger ein.

Ich kreiere einfach ein etwas anderes Rezept:

„Man nehme sich etwas Zeit füreinander,
mache sich innerlich aufnahmefähig,
spitze sein Gehör zur Aufnahme,
erspüre, was sich da aussprechen möchte,
sei bereit zu einem wirklichen Dialog“.

Das Ich braucht das Du und nährt sich von dem, was bei einem guten Dialog dazwischenschwingt, oft viel später Seelennahrung schenkt.

Sowas verbraucht auch Kraft und bewirkt echten leiblichen Hunger. Da biete ich inzwischen an, was aus dem Augenblick und derzeitigem Vorrat heraus machbar ist. Herrlich, was einem da einfallen kann, schön serviert läuft es zu einem Festessen auf, auch wenn da eben nur Tee und etwas Herzhaftes oder auch Süßes vor einem steht, ganz ohne Gewusel hervorgezaubert. Dafür aber noch frische Aufnahmefähigkeit dem Gegenüber voll vorhanden.

Ein Schmalzbrot oder eines mit selbstgemachter Marmelade kann da sowas von munden, dazu duftender Tee oder eben Kaffee.

Ich riskiere es einfach, mein etwas anderes Rezept zum Monatsthema im November 2015 einzusenden.

Elisabeth Kriechel

  1 comment for “Das etwas andere Rezept

  1. Elfie
    25. November 2015 at 3:33 pm

    Das ist ein wundervolles Rezept. Wer dazu seine Freunde oder sich selber einladen möchte, der oder dem empfehle ich das Büchlein: Mitch Albom: Dienstags bei Morrie. Mitch besucht seinen alten, todkranken Professor immer dienstags. Sie sprechen über die Werte des Lebens und über den Tod.

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