Unzureichende Hospiz- und Palliativversorgung in Bremen und umzu?

Zwei Hände halten eine Hand

(c) frauenseiten. Foto: Robers

Seit etlichen Jahren bemüht sich die Bremer Seniorenvertretung wegen des Generationswandels um den Ausbau einer ausreichenden ambulanten und stationären Hospiz- und Palliativversorgung. Im Rahmen dieser Tätigkeiten unterstützt die SV auch die Aktivitäten von Mark Castens, der bereits mehrfach und auch erfolgreich zu demselben Anliegen Petitionen auf Bundes- und Landesebene eingebracht hat.

Vor wenigen Tagen erreichte ihn ein Telefonat, dass erneut zeigt, wie wichtig für schwerst- und sterbenskranke Menschen im ländlichen Raum neben der ambulanten Hospiz- und Palliativversorgung auch ein wohnortnahes stationäres Angebot ist. Die Tochter einer fast 70jährigen Mutter, die über sein Engagement von einem Arbeitskollegen erfuhr, berichtete ihm von dem Leid, dass ihre kleine Familie zur Zeit ertragen muss.

Die Fakten: Die Mutter leidet bereits seit einigen Jahren an Krebs und wurde bis vor kurzem in ihrer Wohnung ca. 60km südlich von Bremen von ihrem Ehemann, dem Sohn, seiner Ehefrau, dem ambulanten Palliativdienst und dem ambulanten Hospizdienst betreut. Nun aber hat sich die Situation derart verschärft, dass die Familie überfordert ist und eine stationäre Versorgung notwendig wurde.

Bereits als sich diese Situation ankündigte, machten sich die Angehörigen und Beteiligten auf den Weg und erkundigten sich in ihrer ländlichen Region über einen freien Platz in der Alten- und Krankenpflege, weil es am Wohnort keine stationären Angebote der Hospiz- und Palliativversorgung gibt. Leider vergeblich, es ließ sich auch beim besten Willen nichts machen.

Steg am Wasser

(c) Bärbel Ahrens

Nun musste die Mutter in der Terminalphase ihres Lebens ca. 60km vom Wohnort entfernt in ein Zweibettzimmer eines Bremer Krankenhauses verlegt werden, das selbst über kein Angebot der stationären Palliativversorgung verfügt. Gern hätte die Familie sie wenigstens in die Obhut der Palliativstation am Klinikum Links der Weser gegeben, die über zwölf Palliativbetten in Einzelzimmern verfügt. Aber auch hier waren alle Betten belegt. Das ist eine Situation, die eine Familie verzweifeln lässt.

In Niedersachsen stellt sich die Frage, woher die Hospiz-LAG-Niedersachsen gegenüber der Politik die Meinung vertritt, dass die Angebote der stationären Hospizversorgung nicht wohnortnah sein müssten. Und auch für Bremen stellen sich Fragen. Inwieweit sollte bei Bremer Planungen zur Hospiz- und Palliativversorgung das Umland berücksichtigt werden? Wie sieht die Bereitschaft der beiden nachbarlichen Bundesländer aus, bei palliativen Versorgungsangeboten zum Wohle der Betroffenen mal endlich zusammen zu arbeiten? Warum sind in Bremen nicht längst an allen Krankenhäusern die palliativen Liaisondienste eingerichtet, die vor 2 Jahren auch von der Gesundheitsbehörde so hoch gelobt wurden?

Geldmangel kann die Ursache für die Untätigkeit nicht sein, solange noch viele hunderttausend Euro für autofreie Sonntage und andere Events ausgegeben werden, die zur Beseitigung von menschlichem Leid nichts beisteuern.

Gerd Feller/Mark Castens

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