„Arbeit macht das Leben süß, Faulheit stärkt die Glieder“

Portrait zweier alter Personen

(c) GMfilms

Unsere heutige Gesellschaft altert rasch, das Thema „Altern in Würde“ wird immer wichtiger. Welche Alternativen gibt es zum viel diskutierten Pflegemodell? Wie und unter welchen Umständen wollen wir selbst altern?

Der abendfüllende Dokumentarfilm „Arbeit macht das Leben süß, Faulheit stärkt die Glieder“ von Claudia Funk zeigt auf spannende und humorvolle Weise, wie im rumänischen Siebenbürgen ein ganz anderes Modell für das „Altern in Würde“ erfolgreich praktiziert wird. Dieses Modell eines gemeinsamen Lebens im Alter steht im Mittelpunkt des Films.

Einfühlsam und mit pfiffigem Witz

Die Siebenbürger Sachsen leben in einer Zentralregion Rumäniens, die etwa so groß wie Bayern ist. Nach dem Sturz des Diktators Nicolae Ceausescu 1989 sind von den etwa 120.000 Sachsen nur noch ca. 10.000 in ihrer Heimat geblieben, vor allem die Älteren und Alleinstehenden. Ungefähr 30 dieser Menschen im Alter zwischen 60 und 90 Jahren leben zusammen in einem Altersheim in Hetzeldorf/Atel. Der einfühlsame Film beobachtet mit pfiffigem Witz, aufgenommen in klaren, schönen Bildern, das Alltagsleben seiner Bewohner.

Sie beackern zwölf Hektar Land, kümmern sich um Kühe, Schafe und Hühner. Jeder tut das in seinem Tempo, jeder so lange und so gut er kann. Sie bekommen für ihre Arbeit etwas, was in Deutschland selten geworden ist: das Versprechen, in ihrer gewohnten Umgebung und in Würde alt werden zu können. Egal wie lange es dauert, egal, was es kostet. Sie werden im Altenheim gepflegt und dürfen auch dort sterben. Ein Drittel der anfallenden Kosten kann das Altenheim eigenständig erwirtschaften, der Rest kommt von Zuschüssen und Spenden. Aber die Arbeit ist nicht der einzige Grund, warum jeder hier seine Aufgabe hat.

„Altern in Würde“ heißt, gebraucht zu werden

„Das macht auch etwas mit dem Menschen“, sagt Ursula Juga Pintican, die Leiterin der Diakonie Mediasch, dem Träger des Altenheims. „Man gibt ihm ein bisschen mehr das Gefühl, dass er gebraucht wird. Dass er nicht nur hergekommen ist, und da jetzt wartet auf sein Ende.“

Die Jury der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) hat den Film einstimmig mit dem Prädikat „wertvoll“ ausgezeichnet. Er ist „ein kluger Dokumentarfilm“, in dem sich „die Autorin auf unaufdringliche Art ihren Protagonisten nähert und ihnen immer genügend Raum und das Vertrauen gibt, zu Wort zu kommen und ihre Sicht auf das Leben zu offenbaren. Das Altenheim von Atel gleicht einer Alten-WG, in der sich die Bewohner gegenseitig unter die Arme greifen und damit noch nicht vollständig aufs Altenteil ‘abgeschoben’ wurden. [.] Das kann auch ein generelles Modell für das Zusammenleben in einer alternden Gesellschaft sein“, urteilte die FBW-Jury.

Das Projekt wurde unterstützt durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Dieser Film ist ein gekonnter Beitrag zur gegenwärtigen Diskussion über soziale Modelle des Alterns

Der Film soll nicht nur in Kinos laufen, sondern auch zu den Zuschauern gebracht werden – und das ist bei kleineren (Dokumentar-) Filmen schwierig bzw. nur mit Aufwand und viel Trommelwirbel möglich. Manchmal muss man den Film auch in die Institutionen (Heime, Treffpunkte, Zentren) bringen. Der Film eignet sich darüber hinaus als Diskussionsbeitrag auf Kongressen, in Seminaren, Stadtteiltreffs usw. Bei Einsatz des Films fällt eine Verleihkostenpauschale an. Mehr zum Film im angehängten AMLS_Presseheft.

Wer also Interesse hat, diesen Film zu zeigen, melde sich bei Michael Krause von GMfilms

 

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