Mein prima Fahrrad

weißes Fahrrad

(c) Elfie Siegel

Mein altes Peugeot hat im letzten Winter sehr gelitten: Rost, überall Rost. „Das Rad ist Schrott. Sie müssen damit rechnen, dass der Rahmen bricht.“ Das war der Kommentar des Fahrradhändlers.

Achja, dann muss es wohl sein. Ein Neues muss her. Er zeigt mir gleich etwas „Passendes“. Nach einer kleinen Probefahrt brauche ich eine Bedenkzeit: „Ich rufe wieder an.“ Etwas geknickt fahre ich mit meinem alten Rad nachhause.

Freundin Irmi hat eine Idee, eine gute Idee: „Mache es doch wie beim Arzt. Hole eine Zweitmeinung ein.“ Ich radele zu einem Fahrradhändler, den ich von früher kenne. „Das ist doch ein prima Rad. Sowas wird heute gar nicht mehr hergestellt. Gehen Sie zu Steff. Der schweißt die Rostnaht. Und anschließend machen wir die Grundüberholung. Und Sie können noch zwanzig Jahre damit fahren.“

Jetzt ist mein 38 Jahre altes Fahrrad also in der Reha. Und in zwanzig Jahren wäre es 58. Und ich wäre 96. Das sind Aussichten! Ich gehe zu Fuß nachhause, und in mir kichert es.

Elfie Siegel

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