Besuch – real und mental

Zwei Personen mit Koffer

(c) frauenseiten, Sahiner

Der August ist geradezu geschaffen für Besuch. In welcher Form er stattfindet, ist erweiterbar. Jedenfalls kann man gut spüren, daß viele Menschen ausgeflogen sind, Ferien machen, auch eine Art von Besuch eines anderen Ortes oder Landes oder eben von Verwandten und Bekannten.

Die Einheimischen sind buten und Besucher aus allen Gegenden zu Besuch binnen

Besuch ist eine althergebrachte Form, sich auf den Weg zu machen, zu jemandem oder eben einem Ort, einer Gegend, einem Land. In welcher Form er auch immer stattfindet, er trägt dazu bei, in einen Ausnahmezustand zu gelangen.
Hat sich Besuch angekündigt, dann wuselt man, bis alles zur eigenen Zufriedenheit zum Empfang bereit ist, eine Art Lampenfieber tritt – ähnlich wie bei den Schauspielern vor der Aufführung – auf. Ebenso geht es einem, macht man sich selber auf den Weg, zu besuchen.
Etwas heikel ist dieses Unangekündigte, es überfällt und kann in ganz eigenartige Situationen platzen, ist auch Besuch, kann aber ganz schön durcheinanderbringen. Junge Menschen sind da viel lockerer, das ist auch gut so. Natürlich bekomme ich es auch als in die Jahre Gekommene immer hin, ganz schnell etwas zu zaubern, eine Sache der Flexibilität, aber ich gebe zu, es fällt auch schwerer, man ist aufgeregter, findet dies und das nicht, kommt eben mehr in Stress als ein junger Mensch.
Jedenfalls ist Besuch an sich stets ein Tüpfelchen auf dem I im so dahingleitenden Alltag, ist er vorangekündigt und trifft dann ein. Eine Ausnahmezeit kann man es auch nennen. Hat man sich lange nicht mehr gesehen, ist natürlich Austausch angesagt und es kann heiter spannend werden, die Zeit fliegt nur so dahin. Ja, Ausnahmezeiten scheinen eh schneller zu eilen als die ganz normalen.

(c) frauenseiten.bremen

(c) frauenseiten.bremen

Besuch bereichert das Leben

Es ist auch ein Stück Kultur, das zu pflegen viel Freude macht und erhalten werden sollte. Gelungene Besuche gehen als Erinnerung tief ein und können später immer wieder herauf geholt werden, hat es dabei auch Fotos gegeben, veranschaulichen diese es noch einmal bildlich. Besuche, die ich machte, Besuche, die ich empfing, sie sind mir in Erinnerung geblieben als Farbtupfer in meinem Leben. Gehen sie aus Altersgründen zurück, kann man sie in Briefform, Mail-Form, Telefonaten abgespeckt weiterführen. Es sind auch Arten von Besuchen, heißt die Aufforderung nicht auch: „Besuchen Sie unsere Seiten“.

Gedanklich ist ebenfalls ein Besuch möglich, wenn gar nichts mehr geht. So bleibe ich stets besuchsfähig und besuchsbereit. Das kann so weit gehen, dass wirklich jemand anruft oder mailt, oder einen Brief schickt, an den ich wieder einmal intensiv gedacht habe.
Besuch ist eine Art von Suchen und Finden, wie es doch schon im Worte steckt. Der Besuch bekommt gerade in Zeiten der Vereinzelung und auch Vereinsamung wieder eine ganz neue Dimension, die herauszufinden und in die Tat umzusetzen sich lohnt. Austausch ist jedenfalls nicht alleine hinzubekommen.
Wo man traut miteinander sitzt, kommt immer Bereicherung hinzu.

Elisabeth Kriechel

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