Wo bleibt die deutsche Wertarbeit?

Spielzeugbaustelle

(c) kbu

Wie war das noch mit der deutschen Wertarbeit? Da las ich doch vor einigen Tagen, dass nun auch das zweite Schleusentor in Bremerhaven Mängel aufweist. Das macht mich etwas nachdenklich. Nicht nur, dass die „sail“ sicherlich erheblich gestört sein wird. Und nein, es ist auch nicht nur die Tatsache, dass über Wochen hindurch der reguläre Hafenbetrieb eingeschränkt ist.
Und die Kosten? Da wird es Gutachten geben, vermutlich zieht man auch vor Gericht, um die Herstellerfirma mit den Reparaturkosten belasten zu können, und, und, und…

Natürlich erlaube ich mir als Laiin überhaupt kein Urteil, nein, ich wandere aber mit meinen Gedanken zu einem anderen Kanal, der auch Schleusentore hat. Und der ist 100 Jahre alt! Der Panamakanal!

Studienreise gen Panamakanal

Als ich vor einigen Jahren an Bord eines amerikanischen Schiffes diesen beeindruckenden Kanal passierte, war während der 2tägigen Passage ein amerikanischer Lektor an Bord. Seine Stimme klingt noch heute in meinen Ohren, denn er selbst war total begeistert von diesem Bauwerk. Und? Immer wieder und wieder betonte er, dass die Tore und vor allem die kleinen Dieselloks, die die Schiffe durch die Schleusen ziehen, in Deutschland gebaut wurden. Und immer noch ihren Dienst tun? Ja, stolze 100 Jahre lang!
Macht das nicht nachdenklich? Mich jedenfalls!

Vielleicht sollten sich die heutigen Erbauer mal eine Studienreise gen Panamakanal gönnen, und lernen. Das müsste doch in den Reparaturkosten auch noch drin sein.

Gisela E. Walther

  2 comments for “Wo bleibt die deutsche Wertarbeit?

  1. 2. Juli 2015 at 3:05 pm

    Leider gibt es zig Negativbeispiele von Großprojekten; Beispiel die Elbphilharmonie. Schon die Planung hat total versagt. Und ob die wohl zwei Generationen überdauert???
    Und im Kleinen: Heutzutage feilen die Firmen daran, dass ihre Produkte Schwachstellen haben. Sie sollen einfach nicht so lange halten.Und billig soll alles sein. Siehe die 1 Euro-Shops, die fast nur Wegwerfartikel anbieten.

  2. 26. Juli 2016 at 8:31 am

    Der Wert von Erfahrung ist unverzichtbar für unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft. Was passiert eigentlich, wenn wir nicht mehr auf den jahrelang angehäuften Wissensschatz der “Generation Erfahrung” zurückgreifen können? Wenn man nie mehr die Worte hört: Da fragen wir am besten mal den Meister?

    Ein bewegendes Video, dass den demografische Wandel, die älter werdende Gesellschaft in emotionale positive Bilder umgesetzt hat.

    https://www.rentarentner.de/50plus/der-wert-von-erfahrung-ist-unverzichtbar-fuer-unsere-gesellschaft-und-wirtschaft/

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