Ja, damals, nach dem Krieg…

Gruppe von Kindern in den 40ger Jahren

(c) Gisela Walther

Manchmal lächele ich bei Gesprächen oder beim Zeitungslesen, wenn es wieder einmal um neue Bestimmungen in puncto Essen, Sauberkeit und Ernährung geht. Dann wandern nämlich meine Gedanken zurück in die Nachkriegszeit…

Als Flüchtlingskind wohnte ich von 1945 bis 49 auf dem Land

Zuerst ohne fließendes Wasser und mit dem ach so berühmten Plumpsklo. Und natürlich mangelte es uns an Nahrungsmitteln. Also gingen wir Kinder als Hilfskräfte zu den Bauern im Ort. Gleich von der Schule aus dorthin, denn dann gab es noch ein warmes Essen. Zum Ausgleich wurde das Vieh gefüttert und wenn man einen Glückstag erwischte und durfte im großen Kessel die Kartoffeln für die Schweine kochen, dann konnten wir uns auch an den „Schweinekartoffeln“ gütlich tun.

Irgendwo im Stall stand auch ein großer Kessel – ein Allzweckgerät

Waschzuber, Waschbrett und Wäsche

(c) frauenseiten, Urban

Er diente zum Kochen der Wäsche ebenso wie zum Kochen der Zuckerrüben, denn es wurde im Herbst Sirup hergestellt. Ein mühsames Geschäft: Rüben waschen, schrubben, zerkleinern, kochen, den Saft abfüllen und dann…..in stundenlanger Prozedur einkochen. Das ständige Umrühren war mehr als anstrengend und dauerte Stunden. Aber…es war eben auch ein wunderbarer Brotaufstrich, weil die Brote dann nicht so trocken waren.
Da der Kessel keinen Anschluss an eine Wasserleitung hatte, war die Reinigung dieses Ungetüms nach jedem Arbeitsgang aufwendig, mühsam und nahm viel Zeit in Anspruch. Das Wasser musste im Eimer von der Pumpe herangeschleppt werden und der Kessel mühsam auch wieder von dem Waschwasser gereinigt werden, einen Ablauf aus dem Kessel gab es nicht.

Dies alles kommt mir manchmal noch in den Sinn, wenn ich heute in den mit neuester Technik ausgestatteten Küchen bewundere, wie viele Geräte da verfügbar sind. Undenkbar heutzutage, dass Wäsche und Essen in einem Topf gekocht werden.

Ich rede von den Nachkriegsjahren sicherlich nie von der „guten, alten Zeit“, aber….ob die heutige Generation später an das Kochen derartig vielfältige Erinnerungen hat?

Gisela E. Walther

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