Bei der Auswahl eines Pflegeheimes sollten die Voraussetzungen stimmen

Rose in alter Hand

(c) Jasmin Pervez

Wenn ein Pflegebedürftiger nicht mehr in der eigenen Häuslichkeit familiär oder professionell gepflegt und betreut werden kann, dann bleibt leider in der heutigen Zeit nur die Unterbringung in einem Pflegeheim. Die Auswahl ist groß, auch in der näheren Umgebung. Ob es ein gut geführtes Haus ist, muss dann schnellstens geklärt werden.

Überwiegend zahlen dafür die Pflegebedürftigen einen hohen Preis, obwohl die finanziellen Zuzahlungen für 50 bis 60% aller Rentner nicht voll leistbar sind. Dann müssen sich die Angehörigen oder das Sozialamt finanziell daran beteiligen. Billigpflege durch Wundliegen, Unterernährung und fehlende Verabreichung einer ausreichenden Flüssigkeit sind nicht selten traurige Gegebenheiten. Von Fixierungen oder medikamentösen Ruhigstellungen in einigen Häusern ganz zu schweigen.

Der Eindruck ist sicher nicht falsch, zu behaupten, diese Gesellschaft, also die Solidargemeinschaft und die Parteien wollen nichts oder viel zu wenig in eine Altenarbeit investieren, weil die Bedürftigen so oder so geistig und körperlich demnächst verfallen. Die Familienangehörigen haben in der Regel wenig Zeit, sich umzusehen, ob die Unterbringung und Versorgung ihres nahen Angehörigen akzeptiert werden kann. Es gibt Klärungsbedarf, ob es sich um gute oder schlechte Einrichtungen handelt.

Zwei Hände halten eine andere Hand

frauenseiten. © robers

Bei der Sammlung der Fakten sollte man die vergebenen Pflege-Noten nicht berücksichtigen, denn Noten von 2 und schlechter sind eigentlich gar nicht vergeben worden. Nur wenn die folgenden Voraussetzungen gegeben sind, sollte man Angehörige guten Gewissens in einer stationären Pflegeeinrichtung unterbringen und einen Vertrag schließen.


Dabei sind folgende Punkte zu beachten:

  • Eine gute und schnelle Erreichbarkeit für Verwandte und Bekannte sind ebenso wichtig wie Erreichbarkeit von Restaurants und Geschäften. Also Unterbringung möglichst nahe am gesellschaftlichen Leben.
  • Ganz wichtig sind die Gegebenheiten von Wohnen, Verpflegung und Freizeit. Es muss geklärt werden, ob die Räume sauber und individuelle Möbel mitzubringen sind.
  • Ist der Speiseplan ausgewogen? Sind Speisen und Getränke auch außerhalb der Mahlzeiten zu bekommen?
  • Gibt es umgesetzte Freizeitaktivitäten, Ausflüge, Geburtstagsfeiern u.a. und sind derartige Planungen auch zukünftig vorhanden?
  • Wie ist der Ablauf bei schönem Wetter? Gehen Mitarbeiter mit den Bewohnern in den Garten oder auf die vorhandene Terrasse?
  • Wie ist der Geruchseindruck in den Räumen und auf den Fluren?
  • Wie sind die ärztlichen Routinebesuche geregelt? Kommen auch Fachärzte regelmäßig?

Von unseren Politikern höre ich leider nicht, dass wir die alten Menschen nicht mehr isolieren, sondern Wohnstätten zu sozialen Zentren machen sollten, in denen auch die Jüngeren ihre kulturellen Lebensräume einrichten und bereit sind, ein Zusammenleben zu praktizieren.

Günter Steffen

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