Mütter gegen den Krieg

„Ihr Mütter der Welt, erhebt Eure Stimme“!

Schwer beeindruckt haben mich in den letzten Jahren die Mütter der Union der Komitees der Soldatenmütter Russlands.

Ausgestreckte Kinderhand

(c) Barckhausen

Selbst Mutter einer Tochter und eines Sohnes und inzwischen Großmutter von drei Enkelkindern sinne ich darüber nach, wie Leben empfangen, getragen, ausgetragen wird. Dann werden die Kinder großgezogen, erzogen, erhalten Bildung und stellen sich in die Welt je nach ihrer einmaligen Begabung, wenn alles eben gut läuft, was noch lange nicht immer der Fall ist.

Ihnen entgegen stellt sich die Welt und wie sie uns heute aus allen Ecken entgegensieht, macht sie nicht gerade Lebensmut. Zur Zeit ist sie an vielen Stellen der Welt lebensbedrohend. Kriege mit unbeschreiblichem Elend toben. Dazu kommt die andere Art von Krieg: „Jeder gegen Jeden“. Lebenskampf schon von der Kita an und weiter in den Bildungsstätten, am Arbeitsplatz, im Alter. Unsere Erde, mit allem was sie zu bieten hat und nicht von uns gemacht, ist gedacht jedem Lebewesen das Seine zuzugestehen: „Leben und leben lassen“!

Wie kommen wir eigentlich darauf, uns mehr herauszunehmen, als uns als Menschen zusteht? Wann haben wir den Verstand verloren und gehen mit Mensch, Tier, Pflanze und Stein willkürlich um? Wer nur einwenig die in jeden gelegte Denkmöglichkeit pflegt und erweitert, wird einsehen: alles ist für alle gedacht und wer sich mehr herausnimmt, als ihm zusteht, nimmt seinem Mitmenschen und seinen Mitgeschöpfen etwas weg.

Vielleicht muß man erst Leben geboren haben, um zu ermessen, daß jedem auf die Welt kommenden Menschenkind entsprechend der in unserem Grundgesetz verankerten unantastbaren Würde das zu seinem Werden Nötige zur Verfügung gestellt werden muß. Es ist auch da, nähme sich keiner mehr. Dazu kommt kein Menschenkind auf die Welt, um in kriegerischen Auseinandersetzungen frühzeitig wieder zu scheiden.

Zerstörtes Haus

(c) frauenseiten.bremen, Robers

Jedes Töten ist widermenschlich

Wie von Sinnen sind wir eigentlich auf diesem Erdball? Ich spreche keinen persönlich an, gebe nur meine Gedanken als Mutter einmal preis. Dabei denke ich an die mutigen Soldatenmütter, die ihre Stimme erhoben haben. Es war eine kleine Gruppe, die auch nicht wirklich gehört wurde, aber sie hat es offenbar gemacht und würden wir Mütter dieser Welt überall friedlich unsere Stimme erheben, möchte ich mal sehen, ob das nicht zumindest dem zur Zeit tobenden Weltenchaos etwas entgegensetzt. Wie, wir alle verweigerten der Welt unsere Kinder? Wer in die Augen eines Neugeborenen sieht, weiß, wovon ich spreche. Mit diesen Blicken müßten wir alle konfrontieren, die uns einbrocken, was wir zur Zeit auslöffeln müssen.

Elisabeth Kriechel

  1 comment for “Mütter gegen den Krieg

  1. Herzog
    27. April 2015 at 11:16 am

    hallo Elisabeth,
    ich bin Nachkriegsgeneration, ohne Kinder, ohne Enkel. In den 6oer Jahren haben wir
    gebrüllt Nie wieder Krieg, wehret den Anfängen, was ist daraus geworden.
    Wir wollten in der Frauenbewegung nicht, daß Jungs Kriegsspielzeug bekommen, damit sie nicht schon als Kinder das Schießen lernen. Heute haben wir eine
    schicke Verteidigungsministerin, die in der Tagesschau erklärt, warum die G36
    einen Konstruktionsfehler hat, die Treffsicherheit ist gefährdet, Die Frau ist in der
    CDU , mit einem Gebot, Du sollst nicht töten. Ich habe den Respekt vor dieser
    Frau verloren. Meine Erkenntnis ist, wir können uns nur töten.

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