Drei Frauen retten ein Baby

Friedrich Overbeck , Die Findung Mosis ,1823, Öl auf Holz, 44x59cm,

Copyright: Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen/ Foto: Lars Lorisch

Die Geschichte zu einem Bild von Friedrich Overbeck.

Vor einigen Jahren habe ich in einer Kindertagesstätte Kindern Geschichten aus dem Alten Testament erzählt. Ich habe die Geschichten in meinen Worten erzählt und dazu Bilder gezeigt, damit das Geschehen anschaulich wurde. “Die Findung Mosis ” haben wir uns auch immer zusammen angesehen. Das ist meine Geschichte dazu:

Moses hat vor vielen, vielen Jahrn gelebt. Es gibt in der Bibel viele Geschichten über ihn. Als Moses geboren wurde, lebten schon viele Menschen auf der Erde. Nicht jeder hatte einen guten Platz zum Leben und zog darum umher, um Arbeit zu finden. Viele kamen nach Ägypten. Doch diese Fremden waren dort nicht gern gesehen, denn man verstand ihre Sprache nicht. Und als es immer mehr wurden, fürchtete man sich sogar vor ihnen. „Wenn ein Krieg ausbräche, könnten sie gegen uns kämpfen“, sagte der König. Und er befahl seinen Untertanen, diesen Fremden das Leben so schwer wie möglich zu machen: Sie mussten die härtesten Arbeiten verrichten und niemand hatte Mitleid mit ihnen, wenn sie bei der Arbeit krank wurden oder vor Erschöpfung umfielen. Doch der König wurde noch grausamer, denn er sagte: „Alle Söhne, die in meinem Land geboren werden, werft in den Nil, aber alle Töchter lasst leben.“

Auch Moses Eltern waren keine Ägypter. Sie hatten Angst, dass auch Moses, der gerade geboren war, sterben sollte und darum versteckten sie ihn. Doch nach drei Monaten glaubte seine Mutter nicht mehr, dass das Versteck sicher war. Und so machte sie ein Körbchen aus Rohr, legte den kleinen Moses hinein und ließ das Körbchen den Nil hinuntertreiben, genau zu dem Platz, wo die Tochter des Königs jeden Tag mit ihren Freundinnen badete. Moses Schwester ging am Ufer mit, um aufzupassen, dass ihrem kleinen Bruder nichts passierte. Und tatsächlich, alles kam so, wie es die Mutter von Moses sich erträumt hatte:

Die Prinzessin fand den Korb mit dem Baby und sie war gut zu dem Kind. „Es ist ein Ausländer-Kind“, sagte sie zu ihren Freundinnen. „Es ist bis hier her geschwommen und soll darum leben. – Es ist hungrig. Es muß gestillt werden. Kennt jemand eine Frau, die stillen kann?“ Da meldete sich Moses Schwester: „Ich kenne eine Frau“, sagte sie, „soll ich die holen?“ „Lauf schnell“, sagte die Prinzessin.“ Und nimm das Baby gleich mit.“ Und das Mädchen nahm Moses und brachte ihn zur Mutter. Dort blieb Moses, bis er laufen konnte. Dann brachte ihn seine Mutter zur Prinzessin in den Palast, denn nun wollte die Prinzessin weiter für den kleinen Jungen sorgen.

Kleine Brise

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