Baustelle Menschwerden

Händedruck

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Baustellen gibt es auf allen Gebieten des Lebens, sichtbar, auch unsichtbar. Letztere möchte ich mir heute einmal vornehmen. „Die Baustelle Menschwerden“.

In der Wissenschaft, Technik, Architektur sind wir soweit, daß man nur staunen kann, dies immer wieder. Auch wenn manche Baustelle auf der Stelle tritt. Die Ereignisse um uns herum zeigen ganz deutlich, wie wenig die innere Baustelle des „Menschwerdens“ angegangen worden ist. Bedrohlichkeit baut sich auf, Leib und Leben sind in Gefahr, die Heimat muß fluchtartig verlassen werden, Tod, Not, Elend greifen um sich.

Was haben wir aus dem zweiten Weltkrieg gelernt? Die totale Baustelle danach nahmen wir alle tapfer in Angriff und Erstaunliches entstand auf den Trümmerfeldern. Hoffnung auf Frieden keimte, der kalte Krieg brachte sie immer wieder ins Wanken. Dann das Wunder der deutschen Wiedervereinigung! Fünfundzwanzig Jahre Aufatmen. Nun brodelt es an vielen Stellen. Was ist los mit der inneren Baustelle?

Warum kommt man da nicht weiter?

Wann wird es dämmern, daß wir alle nur miteinander in Frieden werden leben können? Ja, dieser innere Mensch ist noch Rohling, birgt Potential sowohl zum Miteinander als auch Gegeneinander. Da gibt es zu tun. Das gilt für jeden Menschen, der zur Zeit lebt. Keiner ist schon fertig, einer mal etwas weiter als der andere, aber dies auch nur je nach Bemühen und Arbeit an sich selbst, ansonsten alle auf dem Werdewege.

Es ist möglich, dieses Miteinander, aber nicht ohne harte Arbeit an dieser Baustelle Mensch. Solange Machtgehabe, Gier, Profitsucht, Steuerhinterziehung, Korruption und alle diese Hindernisse nicht endlich erkannt, eingesehen und gewandelt werden, kracht eher noch mehr zusammen, die Baustellen nehmen zu.

Erkannt, halb gebannt, bei sich selber anfangen ist immerhin Anfang zur Wende und Lichtblick. Alles Gegeneinander des Menschen unwürdig. Die Erde bietet für uns alle maßvoll das Notwendige.

Elisabeth Kriechel

 

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