Prävention statt Frühverrentung

Portemonnaie mit Kleingeld

(c) Siegel, Seniorenlotse

Der BDH Bundesverband Rehabilitation warnt angesichts niedriger Zinsen und sinkender Rentenansprüche vor einem Rentendebakel für die kommende Generation und fordert ein Ende der Rentenabsenkungen.

„Angehende Rentner werden von drei Seiten in die Zange genommen. Die drei Säulen unserer Alterssicherung haben in den vergangenen Jahren Schaden genommen. Die kontinuierliche Reduktion des gesetzlichen Rentenniveaus lässt das Rentenfundament unserer Gesellschaft in der Breite erodieren. Fatalerweise zerstört die anhaltende Niedrigzinsphase in Europa zeitgleich die Sparmöglichkeiten zur privaten Altersvorsorge und setzt die betrieblichen Pensionskassen unter Druck.

Dieser rentenpolitische Giftcocktail droht zu einem Brandbeschleuniger für Altersarmut zu werden“, so die BDH-Vorsitzende Ilse Müller, die vor einem Armuts-Tsunami im Windschatten des Niedriglohnsektors warnt: „Wenn heute sieben Millionen Menschen im Niedriglohnsektor arbeiten und eine wachsende Zahl gebrochene Erwerbsbiografien aufweisen, ernten wir weiteren sozialpolitischen Sprengstoff. Es ist allerhöchste Zeit für eine Anpassung der Grundsicherungsleistungen, die gesellschaftliche Teilhabe garantiert. Wir fordern die Bundesregierung auf, den geeigneten Finanzrahmen zu schaffen und das Rentenniveau bei 50 Prozent einzufrieren, um eine Brandmauer gegen die zunehmende Armutsdrift einzuziehen. 2030 wird diese Marke unterschritten und damit zur Armutsfalle der Neurentner.“

In den kommenden Jahren treten vor allem in strukturschwachen Regionen verstärkt Menschen in den Ruhestand, die auf Grundsicherungsleistungen angewiesen sein werden. Aus Sicht des BDH biete der Fortschritt im Bereich der medizinischen Rehabilitation großes Potenzial im Kampf gegen die Altersarmut: „Es muss wesentlich mehr in Maßnahmen zur gesundheitlichen Prävention und Rehabilitation investiert werden. Das gilt für Staat und Wirtschaft gleichermaßen.

Das Reha-Budget wird die wachsende Nachfrage nach Reha-Leistungen einer alternden Erwerbsgeneration bei weitem nicht stemmen. Wir wären daher gut beraten, uns stärker für die Gesundheit der Erwerbsgeneration einzusetzen, da bereits heute jeder zehnte Erwerbsminderungsrentner auf Grundsicherungsleistungen angewiesen ist. Stabile Erwerbsbiografien sind das Fundament für finanzielle Sicherheit im Alter“, so die Vorsitzende des Sozialverbands.

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